Dein PC hat 1.300 € gekostet. Daraus einen festen Prozentsatz abzuziehen funktioniert nicht. Käufer vergleichen mit den echten Verkäufen derselben Teile und nicht mit alten Kaufbelegen.
Genau dort setzt die realistische Rechnung an und hierfür wurde der Wert-Rechner gebaut. Dazu haben PC Teile, insbesondere Arbeitsspeicher (RAM), SSD Speicher (SATA und M2) und Grafikkarten in den letzten Jahren rasant an Wert gewonnen. Unter Umständen ist dein PC somit heute sogar mehr Wert, als du vor 2 Jahren mit damaligen Marktpreisen bezahlt hast.
Teil für Teil
Ein PC ist auf dem Gebrauchtmarkt im Kern die Summe seiner Teile. Im Wert-Rechner wählst du die verbauten Komponenten aus, für jedes Teil greifen wir auf den Median der letzten 30 Tage zu. Gehäuse, Lüfter und Kleinteile schlagen wir pauschal mit 30 € drauf.
Der Wert-Rechner zeigt für die Beispielkonfiguration GTX 1070, Ryzen 5 3600, Mainboard AM4, DDR4 16 GB und SSD 500 GB zusammen 384 €. Das ist die Summe über sechs Teile, jeweils mit Anzahl der Verkäufe daneben.
Der Rechner nennt daneben eine realistische Spanne: vom unteren bis zum oberen Viertel der Verkäufe. Ein gepflegter (und sauberer!) Rechner mit OVP und Rechnungen streut nach oben, einer mit Staub und fehlender Slotblende nach unten.
Was der Rechner nicht kennt
Er misst pro Modell. Jede RTX 3070 gilt als RTX 3070, egal ob mit schlichtem Kühler oder mit drei Lüftern und RGB. Sondermodelle mit leiserem Kühler bringen ein bisschen mehr. Restgarantie kennt der Rechner nicht und für Komplett-PCs haben wir keine eigenen Verkäufe. Ob der fertige Rechner mehr oder weniger bringt, bleibt Einzelfall.
Am Stück oder in Teilen?
Am Stück ist einfacher: eine Anzeige, ein Käufer, oft Abholung. Einzeln verkaufen heißt mehr Aufwand, dafür trifft deine Anzeige genau den, der das bestimmte Teil sucht. Im Regelfall muss man bei einem Komplettverkauf einen Preisabschlag zu den Einzelteilpreisen hinnehmen, der Preis wird sich also Richtung der unteren Spanne orientieren. Im Einzelfall wird der PC jedoch auch genau zur Vorstellung des Käufers passen. Generell sollte man immer mit der oberen Spanne und unter dem Vermerk Verhandlungsbasis (VB) starten.
Ein bewährte Mittelweg: die Grafikkarte einzeln und der Rest als Basis-PC. So landet das teuerste Teil bei den Leuten, die gezielt danach suchen.
Wie eine gute Anzeige aussieht
Eigene Fotos in normalem Licht von außen und innen von dem vorher gesäuberten PC. Eine echte Teileliste mit Modellnamen, nicht „i7 mit RTX". Ein Benchmark-Beleg, zum Beispiel ein Screenshot vom Stresstest (z.B. Cinebench für die CPU und Furmark für die GPU), nimmt die kritischen Fragen vorweg. Schreib ehrlich, warum du verkaufst und ob etwas nicht perfekt ist. Ehrlich genannte Macken kosten weniger als ein Streit nach dem Verkauf.
Beim Preis greift die Spanne aus dem Rechner. Wer schnell verkaufen will, startet unten. Wer Zeit hat, kann oben ansetzen. Versichert verschicken, Sendungsnummer, Grafikkarte immer ausbauen und in den Antistatikbeutel am Besten in der Original OVP mitsenden.
Deinen aktuellen Wert rechnest du im Wert-Rechner. Auf den Produktseiten gibt es den Knopf „Im Wert-Rechner verwenden", wobei das Teil dann schon direkt für dich ausgewählt wird.